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Fenster

Die Fenster unserer K irche wurden 1966 eingebaut. Sie machen Aussagen aus dem Leben des heiligen Johannes des Täufers. Da es sich jedoch nur um Linien und Farben handelt und nicht um Figuren, wollen wir sie hier etwas ausführlicher erklären.

In diesen Kirchenfenstern haben Farben ihre Bedeutung. Rot bedeutet das Prinzip des Johannes, dunkelrot Elisabeth. Ist dieses Rot steil aufgerichtet, so bedeutet es: Verkündigung, Protest, Kampfansage. Die weiße Farbe stellt die Gnade dar. Grau und schwarz die Sünde, das Böse, das Chaos. Die blaue Farbe bedeutet das Himmlische, im ersten Bilde Maria, die voll der Gnade vom Himmel her kommt. Gelb bedeutet Christus in seiner Herrlichkeit. Mit diesem Schlüssel kann man die starke Sprache der Fenster verstehen.

Im ersten Bild sieht man zwei mächtige Spiralen in Blau und Weiß von oben her und dunklem Rot von unten her, die ineinander greifen und in ihrer gemeinsamen Mitte gelb und hellrot werden:

in Maria begegnet Christus dem Johannes in der Elisabeth: „Wie kommt es, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt! Siehe, als der Klang Deines Grußes an meine Ohren kam, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leibe!“

Von dem erdschweren dunklen Zeichen der Elisabeth her laufen die roten Linien, immer leuchtender werdend, zum nächsten Fensterbild hinüber, um dann dort jäh wie eine Flamme aufzuschießen, um der Dunkelheit und dem Chaos Halt zu gebieten: „Denket um, das Reich Gottes ist nahe! Der nach mir kommt, er wird Euch mit Wasser und dem heiligen Geist  taufen!“

Im dritten Bild auf der gegenüberliegenden Seite in der Mitte ist gesagt:

“Ich bin die Stimme des Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, macht eben seine Pfade. Jedes Loch soll ausgefüllt, jeder Buckel abgetragen werden!“ Links im Bild sieht man ein wildes Durcheinander von grauen und schwarzen Farben, und der Himmel darüber ist hoch und fern. Da läuft quer hindurch das Rot und glättet alle Wellen, und der Himmel lässt sich auf die Erde nieder.

Schon erscheint rechts oben in der Ecke das Gelb, Christus, „Der unter  Euch steht und den ihr nicht kennt“. Auch im Durcheinander links erscheint ein wenig Gelb: der Messias, von den Propheten der dunklen Welt verkündet.

Dieses Gelb und Rot und Blau, sie leiten hinüber zum Bild in der Nähe des Altares: Die rote Farbe schießt auf: “Seht da, das Lamm Gottes!“, um dann zu verebben, während von oben her immer mächtiger leuchtendes Gelb hereinbricht und das Bild erfüllt: Christus: „Er muss wachsen, ich muss abnehmen!“

Seine Fortsetzung findet dieses helle Gelb  in einem kleinen Fensterchen

 

Vom mittleren Bild aus (Rufer in der Wüste) läuft die Farbe des Johannes rückwärts zum letzten Bild der Kirche: Johannes vor Herodes: „Es ist Dir nicht erlaubt...!“

Wiederum, wie auf dem gegenüberliegenden Bild, flammt der Protest des Johannes auf, aber diesmal ist das Böse mächtiger. Im Kampf ergreift die Dunkelheit den unbequemen Mahner und biegt in um in Tode. Scheinbar siegt das Böse. Johannes aber schreitet durch den Himmel in seiner Vollendung.

Wem dieses alles zu abstrakt erscheint, bzw. zu künstlerisch vorkommt, der wird daran denken, wie wunderbar die Momente sind, wenn die Sonne durch die Fenster auf der Ost-Seite scheint und das Innere der Kirche in ein buntes Farbenmeer taucht. Man fühlt, wie das helle und intensive Licht bis tief in die Seele leuchtet.

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