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Kreuzweg

 

Schwester Paula vom Ursulinenkloster schnitzte aus Eichenbalken einen Kreuzweg für unsere Kirche. Das wichtigste der einzelnen Stationen wird symbolhaft angedeutet. Die Gesichter sind der Künstlerin besonders gut gelungen. Schwester Paula schrieb zu diesem Kreuzweg:

"Die Balken zum Kreuzweg stammen aus dem alten Rensingschen Haus, an der Vehme 1. Es war der alte Bischofssitz, in dem der Bischof Wohnung nahm, wenn er durch Dorsten kam. Das Haus wurde durch Bomben zerstört. Der Kreuzweg ist wie eine Zwiesprache zwischen uns und Christus. Wir öffnen unser Herz. Wir sehen auf sein Angesicht und wir erleben, während wir Ihn anschauen, die Qual seines Leidensweges, seinen Tod, die Stille des im Grab Ruhenden, die für uns das Geheimnis seiner Auferstehung birgt. So wollen wir Ihn anreden und anbeten. Du bist es, der für uns den Weg des Leidens gehst. Noch begleitet Dich Liebe und Menschlichkeit. Du begegnest Deiner Mutter, Simon von Cyrene trägt Dein Kreuz, Veronika hält Dir das Schweißtuch hin. Dann erlebst Du im Fall unsere menschliche Schwäche. Schon die klagenden Frauen sind Dir fern, und danach erlebst Du die Grausamkeit der Männer, die Dir die Kleider abrissen, die Dich annageln an das Kreuz, wo Du der Verlassenheit ausgeliefert bist. In dieser äußersten Not musst Du sterben. Aber – im Tod trägt Dein Gesicht den Stempel des Frieden, die Erhabenheit Deiner göttlichen Vergebung, ja, wir erkenne Deine Göttlichkeit. Im Sterben leuchtet es auf: Du hast gesiegt. So sehen wir in Deinem Angesicht in der Grabeshöhle schon die Verheißung Deiner Auferstehung, Deinen Sieg über den Tod, den Beginn des Lebens in Herrlichkeit."

(Quelle: Chronik 25 Jahre St. Johannes 1985)

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