Schwester Paula vom Ursulinenkloster schnitzte aus Eichenbalken
einen Kreuzweg für unsere Kirche. Das wichtigste der einzelnen Stationen
wird symbolhaft angedeutet. Die Gesichter sind der Künstlerin besonders gut
gelungen. Schwester Paula schrieb zu diesem Kreuzweg:
"Die Balken zum Kreuzweg stammen aus dem alten Rensingschen Haus, an
der Vehme 1. Es war der alte Bischofssitz, in dem der Bischof Wohnung nahm,
wenn er durch Dorsten kam. Das Haus wurde durch Bomben zerstört. Der
Kreuzweg ist wie eine Zwiesprache zwischen uns und Christus. Wir öffnen
unser Herz. Wir sehen auf sein Angesicht und wir erleben, während wir Ihn
anschauen, die Qual seines Leidensweges, seinen Tod, die Stille des im Grab
Ruhenden, die für uns das Geheimnis seiner Auferstehung birgt. So wollen
wir Ihn anreden und anbeten. Du bist es, der für uns den Weg des Leidens
gehst. Noch begleitet Dich Liebe und Menschlichkeit. Du begegnest Deiner
Mutter, Simon von Cyrene trägt Dein Kreuz, Veronika hält Dir das
Schweißtuch hin. Dann erlebst Du im Fall unsere menschliche Schwäche.
Schon die klagenden Frauen sind Dir fern, und danach erlebst Du die
Grausamkeit der Männer, die Dir die Kleider abrissen, die Dich annageln an
das Kreuz, wo Du der Verlassenheit ausgeliefert bist. In dieser äußersten
Not musst Du sterben. Aber – im Tod trägt Dein Gesicht den Stempel des
Frieden, die Erhabenheit Deiner göttlichen Vergebung, ja, wir erkenne Deine
Göttlichkeit. Im Sterben leuchtet es auf: Du hast gesiegt. So sehen wir in
Deinem Angesicht in der Grabeshöhle schon die Verheißung Deiner
Auferstehung, Deinen Sieg über den Tod, den Beginn des Lebens in
Herrlichkeit."